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Sebastian Krimmer: MTV-Kapitän |
Wenn auch der Traum einer erfolgreichen Titelverteidigung des Deutschen Ex-Mannschaftsmeisters zuletzt 2015 - zumindest bei den Männern - für den MTV Stuttgart nicht in Erfüllung ging: Wenigstens das Erreichen des sog. "kleinen Finals" soll es am 3. Dezember 2016 dann schon sein. Etwas kleinere Brötchen muss die Männerabteilung des MTV mit seinem Kapitän Sebastian KRIMMER schon backen und setzt dafür im Wesentlichen auf das Gerüst der Truppe vom Vorjahr, wenn auch nach 2014 mit Marcel Nguyen nun auch ohne Fabian Hambüchen, der zur "Oberen Lahn" wechselte. Russlands WM-Sechster Nikolai Kuksenkow soll in der im Olympiajahr kompakten, kompletten Herbstsaison die wichtige Rolle der Ausländerposition spielen, während der Brite Kristian Thomas wohl nach Rio seine Karriere beenden will und auch Brasiliens Sergio Sasaki momentan kein Thema ist. Spannend bleibt im Jahresverlauf, wer denn vom eigenen Kunstturnnachwuchs mit aufrücken kann. Doch es gab auch eine ziemlich überraschende Neuverpflichtung bei den Turnschwaben ...:
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Steve Woitalla - Ex-Jugendmeister, Junioren-Europameister, 4-maliger Deutscher Mannschaftsmeister |
Erinnern Sie sich noch an den Ex-Cottbuser Steve Woitalla ...?
Vor drei Jahren hatte der damals 25-jährige Schützling der Trainer Horst Werner, später Karsten Oelsch, das Handtuch geworfen: Sein Körper hatte Stoppzeichen gesetzt! Zwei Operationen am Handgelenk, eine komplizierte Bizepssehnen-OP führten für den einstigen Junioren-Euopameister am Barren (der zur JEM in Volos 2006 einen kompletten Medaillensatz gewann!) zu einer unendlichen Quälerei, der sich damals zudem eingestehen musste: "Mir ist es nie gelungen, die sportlichen Erfolge zu erreichen, die vielleicht in mir gesteckt haben. Das hat mich frustriert und belastet." ... und gab auch in einem Interview mit der Lausitzer Rundschau" offen zu: "Ich habe nicht immer alles für den Leistungssport gegeben. Wer weiß, was sonst möglich gewesen wäre? Im Nachhinein bedauere ich das, aber es gibt kein Zurück. Ich beginne einen neuen Lebensabschnitt."
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Steve Woitalla (Mitte), der sich mit dieser geballten Ladung deutscher Turntalente 2002 anschickte, die Turnwelt zu erobern: |
Der wie sein berühmterer Ex-Clubkollege, der zweimalige Vize-Mehrkampfweltmeister und Europameister Philipp Boy aus dem Nachwuchsstützpunkt Schwedt stammende und dort von Manfred Paschke entdeckte Steve Woitalla, mit dem er mit dem SC Cottbus auch viermal Deutscher Mannschaftsmeister war, der mit Boy nicht nur eng befreundet ist, sondern mit ihm gemeinsam in einer Finanzdienstleistungsfirma arbeitet und derzeit in Baden Baden lebt, will sich mit 28 Jahren also noch einmal reaktivieren:
"Nach dem Abgang von Fabian Hambüchen habe ich in einem Gespräch mit Sebastian Krimmer nur so ein wenig 'rumgewitzelt - 'na, da steige ich eben wieder ein' - und aus dieser fixen Idee, will ich nun doch Wirklichkeit machen! Da kommt mir die vollständig im Herbst 2016 liegende kompakte Bundesligasaison entgegen. Das heißt aber schon jetzt, sich in einer ersten Phase wieder fit zu machen. In einer zweiten Etappe würde ich dann die Trainingsmöglichkeiten bei der KTV Straubenhardt und auch im KunstturnForum Stuttgart nutzen. Ich denke schon, dass ich an meinen ehemaligen Spezialgeräten Boden, Spung und Barren wieder so in die Gänge komme, dass ich den MTV unterstützen kann!"
Diese Personalie Woitalla ist aber auch deswegen bedeutsam, weil hier ein durch Verletzungspech ehemals aus dem Leistungssport vorzeitig ausgeschiedener Athlet, seine Einschränkungen wohl überwunden hat ("Ich bin also momentan uneingeschränkt alltagstauglich, und vielleicht sogar mehr...!") und sich wieder anspruchsvolle Ziele stellt, auch aus der Überzeugung seiner wesentlich gereifteren Sportlerpersönlichkeit heraus!
(c) gymmedia / -ehe-