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Matthias Fahrig: ... muss sich nach Alternativen umschauen. |
Gerade hat das Mitteldeutsche Turnteam Chemnitz/Halle beschlossen, sich in der bevorstehenden Saison aus der 1. Kunstturn-Bundesliga der DTL zurückzuziehen. Während andere Vereine Mittel und Möglichkeiten - wenn auch in sehr unterschiedlicher Art und Höhe - besitzen und einsetzen, um mit internationalen Stars "künstlich" hohes sportliches Niveau zu zelebrieren, sind es die Sachsen und Anhaltiner nun leid, stetig und ständig mit sehr überschaubarem Budget und unter stetiger Aufbietung aller und letzter Kräfte, immer um den Abstieg zu kämpfen. Was Wunder, wenn ein solcher Leistungsträger und Exponent von internationaler Klasse, wie Andreas Bretschneider in den Bundesligadiensten der KTV Straubenhardt steht. Und wer will es nun einem Matthias Fahrig vom SV Halle verdenken verdenken, dass er sich für den Erhalt seiner Erstklassigkeit soeben vom Aufsteiger in die 1. Liga, von der KTG Heidelberg, für die bevorstehende Saison verpflichten ließ, wenn auch die Unterzeichnung des Vertrages noch aussteht!
„Dass 'Matze' über andere Angebote nachdenkt, nimmt ihm keiner krumm“, erklärte Nico Tandel, Abteilungsleiter der halleschen SV-Turner (Foto, links) gegenüber den regionalen Medien. Schließlich bleiben dem Sportsoldaten Fahrig vielleicht noch zwei, drei Jahre, um auf höchstem Niveau zu turnen und damit Geld zu verdienen. Tandel bestätigt gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung aber auch, dass Fahrigs Gedankengänge letztlichdas Zünglein an der Waage waren. „Ohne Fahrig sind wir chancenlos, deshalb haben wir uns zu dem Schritt entschlossen und abgemeldet. Wir machen den finanziellen Wettbewerb nicht mit“, sagt Tandel. In die Talente aber wolle man weiter investieren. „Wir möchten unseren Nachwuchs weiter fördern, das geht nur über zusätzliche Übungsleiter und Vergleichskämpfe“, sagt er der MZ in Richtung dringend nötiger Geldgeber und die MZ weiß zu berichten, dass das mögliche Heidelberger Salär für Fahrig höher sein soll, als das gesamte MTT-Budget von 18.000 Euro für eine ganze Saison...
Traurig nur, dass nun nach dem vorjährigen Ende der Turn-Abteilung des FC Bayern München nun ein weiteres etabliertes Turn-Team das Handtuch in der 1. Bundesliga wirft, wenn man auch in Halle und in Chemnitz die Strukturen qualitativ-hochwertiger Nachwuchsarbeit erhalten und stärken will.
Unbeantwortet bleibt aber nach wie vor die Frage, wieso sich in Deutschland hochklassiges Vereinsturnen und dessen Liga-Betrieb so derart konträr mit hochwertiger Nachwuchsarbeit und internationalen Aufgaben gegenüber zu stehen scheinen. Kunstturnen ist eben doch nicht Fußball und wöchentliches Kicken als "Geldmaschine" ist nicht mit nur langwierig zu erarbeitenden Salti und Schrauben zu vergleichen.
Doch, ohne Geld geht nix, das wissen alle, aber "personelle Einkäufe" mit viel Geld füllen vielleicht momentan (einige) Ränge (- und auch wenige Vereinskassen), sichern aber allein nicht die Zukunft der hochkomplexen klassischen Disziplin des anspruchsvollen Kunstturnens ab.
(c) gymmedia / -ehe-
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Peter Bullinger, Aufsteiger TSV Monheim |
* 25-JAN-2015
* N A C H R Ü C K E R
Als Nachrücker in die erste Bundesliga wurde Ende Januar der TSV Monheim benannt. Die Monheimer waren 2014 im Aufstiegskampf der KTG Heidelberg bei Punktgleichheit nur knapp unterlegen und kehren nun, nach dem MTT-Verzicht (- siehe oben) und nach 9 Jahren Abstinenz, wieder ins Turn-Oberhaus zurück.
Dazu Monheims Turn-Abt.-Leiter Peter Bullinger: "Mit dem Thema Aufstieg haben wir uns ja bereits im Verlaufe der letzten Zweitbundesligasaison beschäftigt, das überrascht uns also jetzt nicht. Die einschneidendste Veränderung ist natürlich der in der 1. Bundesliga wesentlich frühere und längere Saisonverlauf. Wir müssen also trainingsmäßig jetzt schon ran ...!"
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Auf die Frage nach externe Verstärkung gab sich Bullinger noch geheimnisvoll: "Wenn man in der 1. Bundesliga wirklich bestehen will, kommt man nicht ohne Verstärkung aus. Natürlich waren bzw. sind wir schon aktiv, vielleicht haben wir uns auch schon erfolgreich umgeschaut ...; für die Veröffentlichung möglicher Zugänge bitten wir aber noch um etwas Geduld!"
Zum Saisonauftakt am 25. April muss der zweite Neuling allerdings gleich gegen den aktuellen Meister MTV Stuttgart antreten!
(C) gymmeda / -ehe-
* Apropos "Bundesliga" und Finanzen :
Schauen Sie sich doch mal die Bilanzsituation bei den Deutschen Fußballligen an:
>> Bundesliga erzielt 10. Rekordumsatz in Folge