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Der Kampf um Österreichs Mehrkampf-Staatsmeistertitel der Kunstturner endete am 9. November in Ternitz mit einer Überraschung: Der erst 19-jährige Linzer Severin Kranzlmüller gewann vor seinem höher eingeschätzten Bruder Lukas Kranzlmüller und dem zuvor favorisierten Götziser Vorjahressieger Matthias Schwab.
Auch der Frauensieg ging in die oberösterreichische Landeshauptstadt: Lisa Ecker verteidigte ihren Titel aus 2012 mit deutlichem Vorsprung erfolgreich. Elisa Hämmerle sicherte sich die Silbermedaille, überraschend auf Rang 3 landete die seit zwei Jahren in Alaska studierende Klagenfurterin Simone Penker. Am Finaltag schlug dann aber Routinier Fabian Leimlehner an drei seiner vier Geräte zu - ausgerechnet am Spezialgerät Reck musste er aber mit Bronze zufrieden sein ...
* Männer:
Zwei Brüder an der österreichischen Turnspitze - das gab es zuvor noch nie!
Der neue Mehrkampf-Titelträger Severin Kranzlmüller steht erst im zweiten Elitejahr und gab sich nach seiner fehlerfreien Vorstellung völlig überrascht: „Damit hätte ich nie gerechnet. Alles hat super funktioniert, vorher wäre ich schon über Rang 3 riesig froh gewesen. Ich bin überglücklich.“ Der fünf Jahre ältere Lukas Kranzlmüller zog ebenfalls positiv Resümee: „Ich wollte meine neuen schwierigen Übungen ohne Titelambition gut präsentieren, das hat geklappt.“
Naturgemäß enttäuscht konstatierte Titelverteidiger Matthias Schwab: „Meine Saison war lang, ich hatte schon im Training gemerkt, dass die Form nicht da ist. Heute sind mir zu viele Fehler passiert.“
Olympiateilnehmer Fabian Leimlehner hatte sich nach den Spielen in London zuerst einer Schulter-Operation unterzogen und dann monatelang nur auf sein bestes Gerät Reck konzentriert. Mit vier absolvierten Übungen ging es für ihn in Ternitz nun „langsam wieder Richtung kompletter Mehrkampf“. Zweimal Vorkampfplatz 1 und zweimal Platz 2 zeigen seine wiederkehrende Allrounder-Stärke.
Mehrkampf, Männer:
1. Severin Kranzlmüller (TGM Linz Lustenau) - 79.150
2. Lukas Kranzlmüller (TGM Linz Lustenau) - 78.500
3. Matthias Schwab (SG Götzis) - 78.400
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* Frauen:
Lisa Ecker hatte im Vorfeld Knieverletzungssorgen, im Wettkampf selbst merkte man davon nichts: „Alles hat ausgezeichnet funktioniert, ich bin mit viel Energie und Spaß durchgekommen. Jetzt freue ich mich riesig über die Titelverteidigung. Ich widme den Sieg meiner Trainerin Johanna Gratt, der ich alles verdanke.“
Elisa Hämmerle vermochte ihre Ansage, mit deutlichem Vorsprung gewinnen zu wollen nicht umsetzen: „Ich habe mehrere Fehler gemacht, bin am Boden sogar gestürzt. Deshalb darf ich nur über mich selbst enttäuscht sein. Der nächste Wettkampf sind schon morgen die Finali, da möchte ich mich rehabilitieren".
Erst hinter Simone Penker und der aus einer Verletzungspause stark zurück gekehrten Dornbirnerin Olivia Jochum landete Co-Favoritin Jasmin Mader aus Innsbruck nur auf Platz 5.
Mehrkampf-Frauen:
1. Lisa Ecker (ASKÖ Linz Kleinmünchen) - 53.650
2. Elisa Hämmerle (TS Jahn Lustenau) - 51.825
3. Simone Penker (Klagenfurter TV) - 49.075
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Sonntag, 10.11. 2013
Gerätefinals der Kunstturn-Staatsmeisterschaft:
Fabian Leimlehner mit 3x Gold am erfolgreichsten!
Zum Abschluss der Kunstturn-Staatsmeisterschaften in Ternitz wurden am 10. November die Finalbewerbe ausgetragen. In den zehn durchwegs umkämpften Elitebewerben sicherten sich insgesamt sechs Frauen und acht Männer die Gerätemedaillen.
Die Mehrkampfsieger vom Vortag, Lisa Ecker und Severin Kranzlmüller, ergänzten ihr Staatsmeisterschaftskonto um jeweils einen weiteren Titelgewinn. Für Ecker endete die Meisterschaft allerdings sehr böse: Eine missglückte Doppeltwistsalto-Landung ganz zum Schluss am Boden bedeutete erneut eine schwere Knieverletzung (die exakte Diagnose steht noch aus).
Zum erfolgreichsten Athleten der Meisterschaft krönte sich Fabian Leimlehner: Der Olympiateilnehmer gewann drei der vier Finalbewerbe, an denen er teilnahm. Nur ausgerechnet an seinem besten Gerät Reck musste er sich nach einem Fehler bei einer Flugteil-Höchstschwierigkeit nur mit Bronze zufrieden geben.
Insgesamt 113 Turnerinnen und Turner bildeten das Gesamtfeld der Meisterschaft, die ein äußerst positives Gesamtbild bot.
ÖFT-Frauen-Sportdirektorin Eva Pöttschacher: „Jeder hat gesehen, wie viel Potenzial da ist, wie viele erstklassige Turnerinnen auch nachrücken.“ Männer-Sportdirektor Dieter Egermann: „Wir haben international eindeutig einen weiteren Fortschritt erreicht.“
⇒ Elite, Finals Frauen:
⇒ Elite, Finals, Männer: