10. März 2012
Saarbrücken
Gerätturnen
**PersonaliePaul Rupp: Mister TG Saar gibt seinen Abschied ...!
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Paul Rupp, Saarbrücken vom aktuellen Deutschen Vizemeister TG Saar
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So manche deutschen Kunstturnasse, die in den achtiger Jahren bei WM, EM und Olympia auftraten, bezeichnen ihn noch heute als "Schlüsselfigur" ihrer Sportlerkarrieren, so z. B. die saarländer Eigengewächse Ferdi Greulich, Alfred Lefebre und Benno Groß.
<< Paul RUPP (65), der in den Siebzigern die "TG Saar" als überaus erfolgreiche Wettkampfgemeinschaft schuf, mit diesem sportlichen Gebilde 1975 in die erste Bundesliga aufstieg und dort 1981 und 1982 Deutscher Mannschaftsmeister wurde, will nun nach knapp vier Jahrzenten Engagements als Vorsitzender des aktuellen Deutschen Vize-Meisters zurücktreten:
"Ich mache den Jüngeren Platz. Die haben auch sehr gute Ideen und sind schon in der Spur", so der 65-Jährige Dillinger ...
Paul RUPP (li.), Trainer TG Saar, Aufstieg in die Bundesliga 1975
... mit Greulich, Gross, Hahn, Albert Haschar, Hoffmann, Juchems,
mit Kammer, Lefebre, Prinz, Weber
11. März 2012:
Paul Rupp zieht sich als Gründer und Vorsitzender der TG Saar zurück
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* von SZ-Mitarbeiter Roland Schmidt
Er hat die TG Saar gegründet, diese als Trainer zwei Mal zur deutschen Meisterschaft geführt und sein "Baby" 38 Jahre lang in mehreren Rollen wie kein Zweiter geprägt. Am Sonntag tritt "Mister TG Saar" Paul Rupp als Vorsitzender zurück
Die Wand ist übersät mit alten Schwarz-Weiß-Fotos. Paul Rupp steht davor und schaut sich die vergilbten Schnappschüsse aus vergangenen Kunstturn-Tagen an. Der Vorsitzende der TG Saar ist im Geist in die Vergangenheit zurückgekehrt. Und es scheint so, als ob der Ort, den er für das Treffen mit der SZ gewählt hat, eine besondere Anziehungskraft auf den 65 Jahre alten Dillinger ausübt.
"Im Turnerheim Griesborn ist die TG Saar gegründet worden. Hier hat es begonnen", erklärt Rupp.
Hier schließt sich an diesem Sonntag auch der Kreis, wenn sich "Mister TG Saar" auf der Generalversammlung aus dem operativen Geschäft zurückziehen und seinen Posten abgeben wird.
"Wir wollten unsere Talente im Saarland halten, die Abwanderung in andere Vereine verhindern und mit vereinten Kräften in die Bundesliga aufsteigen. Das war die Idee", erinnert sich der "Griesborner Jung" an seinen Vorschlag zur Bildung einer vereinsübergreifenden Turnriege.
Im August 1973 schickte er das Schreiben den Vorsitzenden der Gründervereine TV Bous, TV Griesborn, TV Lebach und TV Schwarzenholz. Im Januar 1974 wurde die TG Saar geboren.
In den folgenden 38 Jahren hat Rupp sein "Baby" groß gemacht und 1981 und 1982 zur deutschen Meisterschaft geführt. "Der erste Titel in Völklingen vor 3000 Fans war unglaublich. Der Wettkampf wurde sogar live im Radio übertragen", denkt der gelernte Schlosser und spätere Sportlehrer gern an seinen schönsten Moment zurück.
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Auch überregional, so in der Deutschen Turnliga, war der kreative Reformer Paul Rupp (rechts) stets auf der Suche nach kreativen Ideen und Veränderungen, die insbesondere die Außenwirkung der Sportart Kunstturnen verstärken sollten. Ein bequemer Zeitgenosse wollte er dabei nie sein ...! ... hier als Referent bei einer Konferenz der sich gerade neu formierenden 'Deutschen Turnliga'in Saarbrücken.
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Rupp-Schützling Benno Groß, WM 1978 in Strasbourg (FRA)
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Auch international waren seine Jungs erfolgreich.
So gingen 1981 bei der WM in Moskau drei Saarländer für Deutschland an die Geräte. "Ferdi Greulich, Alfred Lefebre und Benno Groß. Alles Eigengewächse", erzählt Rupp.
Benno Groß bezeichnet Rupp als "Schlüsselperson" auf seinem Weg. Das Lebacher Pauschenpferd-Ass war 13 Jahre alt, als ihn der damalige Landestrainer unter die Fittiche nahm. Unter Rupp wurde Groß drei Mal deutscher Einzelmeister und startete bei Olympia in Los Angeles.
"Benno hat mir danach seine Startnummer geschenkt. Sie hängt heute in unserem Wohnzimmer", erzählt Rupp.
* aufgeschrieben von Roland Schmidt
- mit freundlicher Genehmigung der Saarbrücker Zeitung