15. März 2021  
Chemnitz, GER  
Gerätturnen

Untragbare Zustände am DTB-Spitzensport-Standort Chemnitz

HILFERUF aus Chemnitz!


Unglaubliche dreieinhalb Monate sind seit einer Spiegelveröffentlichung über angeblich "untragbare Zustände" am DTB-Kunstturn-Standort des Olympiastützpunktes Chemnitz  vergangen, und "nichts ist mehr so wie es vorher war", berichtet die 15-jähre Deutsche Vize-Jugendmeisterin Lea QUAAS. "Wir verstehen nicht: Da reden einige über Psycho-Gewalt, die hier ausgeübt worden sein soll, aber was jetzt ist, ist viel schlimmer! Mit Spitzensporttraining hat das nur noch wenig zu tun, alle sind verängstigt, verunsichert und können nicht glauben, was da unserer Trainerin vorgeworfen wird. Ohne unsere Gabi wird hier nix mehr, weil die uns in- und auswendig kennt", so die aktuelle Leistungssportlerin. "Und eins verstehe ich überhaupt nicht: Alle reden über uns, aber mit uns Turnerinnen will kaum jemand reden. Ich habe den Eindruck, uns will man gar nicht hören ...!"
... wenn das nicht wie ein "Hilferuf" klingt! Wir haben intensiver nachgefragt!

Lea Quaas: - die aktuelle Deutsche Jugendmeisterin am Boden.

Und Lea Quaas weiter: "Wir waren alle entsetzt und konnten das gar nicht begreifen, alle haben geheult ...! Und ich bin mir sicher, dass das eine der Ursachen war, warum sich dann Lucia Meyer am Balken den Fuß gebrochen hat, die war einfach verunsichert, ohne Trainerin ...?! Lucia war komplett schokiert!"
( ANMERKUNG:
<< Lucia Meyer (damals 14 Jahre alt) - dreifache Deutsche Schülermeisterin, schrieb unmittelbar danach an ihre Trainerin, die vorzeitig vom Wettkampfort wieder abreisen musste: "... ich bin total traurig, gerade in diesem Moment, dass Du uns einfach weggenommen wirst, ; ... Du bist die beste Trainerin, die wir haben, ohne Dich wäre ich überhaupt nicht mehr hier, Du hast mich immer aufgebaut, auch wenn ich einfach keine Lust mehr hatte, .... durch Deine Unterstützung habe ich weitergemacht, weil Du mich aufgebaut hast und dafür bin ich Dir unendlich dankbar, das ich da bin, wo ich bin, und ich versuche auch deshalb einen schönen Wettkampf zu turnen, für Dich ...!"
Die 14-Jährige schrieb dies, damals völlig aufgelöst, unter dem Eindruck des mindestens von Art und Zeitpunkt her unsensiblen "Hallenverbots" durch den DTB - und prompt, kurz danach: Lucia's unsichere Landung auf dem Balken, Sturz - Mittelfuß gebrochen!!
Wie kann eine Verbandsfunktionärin - abgesehen von der Art der Informationsübermittlung - ohne Rücksicht auf die konkrete Wettkampfsituation, aus der Ferne eine derartige Anweisung geben !? Besitzt eine solche Person überhaupt ausreichende Kenntnis von der Komplexität der Wettkampfanforderungen und der Rolle der Trainer in diesem Prozess?
Unprofessionelle  Zustände in einem Spitzensportverband !)

Lea Quaas: 2-malige Deutsche Jugendmeisterin (Mehrkampf)

Soeben ist Lea Quaas zusammen mit Emma Malewski und Julia Birck zum DTB-Lehrgang nach Frankfurt angereist, wo es auch - zumindest für Emma Malewski - um die EM-Qualifikation gehen wird. Dazu hatte sich Lea nach Rücksprache mit ihren Eltern selbst entschlossen, obwohl sie verletzungsbedingt (Schulter) noch gar nicht wieder voll belastungsfähig ist. Dagegen nehmen die Olympiadritte Sophie Scheder (- noch nicht wieder ganz auskuriert), Lisa Zimmermann, Lea Wartmann und Lucia Meyer  in Eigenregie nicht am Lehrgang teil.
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Zu Hause in Chemnitz soll es nun aber bereits die erste Abmeldung geben, wenn Gabi Frehse nicht mehr als Trainerin arbeiten darf.
(- siehe unten)
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!! Unsere Leser sehr zu empfehlen ...:

... sind auch die Aussagen der Deutschen Vize-Jugendmeisterin (AK15) Lea Marie QUAAS und ihres Vaters Renè Quaas, der insbesondere eine klare Haltung zur Bedeutung und Verantwortung von "Leistungssport-Eltern" vermittelte...:

►► INTERVIEW mit Renè QUAAS und seiner
<< Tochter Lea Marie QUAAS (aktuelle Kaderturnerin
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Zur aktuellen Chemnitzer Lage insgesamt:
- Ein Trainer hatte seinen Rückzug bekannt gegeben.
- Ein zweiter Trainer fällt nach Handbruch für mindestens 6 Wochen aus,
- eine Trainerin ist im Schwangerschaftsurlaub, Gabi Frehse beurlaubt ... !
Wie soll ein Leistungsstützpunkt vom Chemnitzer Profil eine solche Situation überstehen?
Spitzensportaffine Atmosphäre in der Chemnitzer Kunstturnhalle der Frauen sieht anders aus
- geht derzeit eigentlich gegen NULL!
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Archivfoto: Trainerin Frehse, Turnerin Meyer in Aktion ...
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Deshalb dieser Hilferuf aus dem Leistungstützpunkt an den DTB:
- Nehmt gerade unter dem Gesichtspunkt "Vermeidung des Psycho-Terrors" den aktuellen atmosphärischen Druck von den Turnerinnen!
- Entkoppelt den medial gepuschten "Problemfall Chemnitz" von allen notwendigen Maßnahmen zur systemischen Verbesserung der Lage unter deutschen Turnhallendächern.
  Wenn überhaupt, dann kann dieser sog. "Problemfall Chemitz" allenfalls als "Weckruf" dienen, aber:
- Gebt endlich diesen "ominösen" Untersuchungsbericht frei, damit sich die Betroffenen nicht mehr weiterhin und hilflos den Vorwürfen, Anklagen ggf. Verleumdungen ausgesetzt fühlen, sondern auch endlich die Chance erhalten, die Einzelaussagen auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu prüfen!

Den Chemnitzer Verantwortlichen des Olympiastützpunktes, des Vereins TuS Chemnitz-Altendorf, allen Turnerinnen und Eltern kann man nur wünschen, dass sie sich nicht "wider besseren Wissens" oder durch weitere psychische Anklageversuche von ihren Standpunkten abbringen lassen.
Dafür sind die Sportart, der Stützpunkt und auch der Berufsstand der Spitzensporttrainer viel zu wertvoll!
Und den Athletinnen um die 6 aktuellen Olympiakader, Sophie Scheder, Lisa Zimmermann, Emma Malewski, Julia Birck sowie Lea Quaas, Lucia Meyer und all' den anderen ist eine möglichst schadfreie Überwindung dieser misslichen Situation zu wünschen und alle sollten wissen:
Es ist auch für eine Trainerin schön, wenn sie ihre aufopferungsvolle Mühe in Form von Sympathie, Zuneigung und Stehvermögen durch ihrer Schützlinge zurückerhält!
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* Eckhard Herholz
- Chefredakteur
(GYMmedia INTERNATIONAL)