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Fabian Hambüchen: |
Erst einmal zog Turn-Bundestrainer Andreas Hirsch mit all seinen 16 Qualifikanten, die sich am Sonntag in Berlin der deutschen WM-Qualifikation stellten, ins Trainingscamp der Sportschule Kienbaum zurück. Hier sitzt man derzeit am Montagvormittag über der Aufstellung jener sechs Athleten, die in der ersten Oktoberwoche die deutschen Farben zur Einzel-WM in Antwerpen vertreten sollen.
<< Top-Scorer am Sonntag war in der Schöneberger Sporthalle am Sachsendamm einmal mehr Fabian Hambüchen, der sich zumindest an vier Geräten schon mit seinen neuen WM-Inhalten mehr oder weniger erfolgreich vorstellte. Nur an den Ringen und am Sprung griff er auf sein bekanntes Repertoir zurück. Trotz eines Patzers am Pferd landete er mit 87,950 Punkten als Bester der nur drei Mehrkämpfer einen "Arbeitserfolg", noch gut einen halben Punkt von seinem Meister-Ergebnis (Mai, Mannheim) entfernt. Vize-Meister Andreas Toba (81,600) und der Meisterschaftsdritte und Lokalmatador Philipp Sorrer (77,200) konnten ihm nicht im Entferntesten das Wasser reichen ...
Nationale Turn-WM-Qualifikation 2013, Männer
Schöneberger Sporthalle am Sachsendamm vor ca. 600 Zuschauern
Ohnehin waren es nur diese beiden nationalen Medaillenträger der letzen Deutschen Meisterschaften, die sich neben Hambüchen um einen WM-Mehrkampf bewarben, wobei nun wohl doch der "Verlässlichkeitsbonus" eher für den Niedersachsen Andreas Toba, denn für den, seine Nerven nicht immer beherrschenden, Berliner Philipp Sorrer spräche.
Und gerade Letzterer spürte doch eigentlich unter seinem neuen Trainer Sebastian Faust endlich mal wieder so etwas wie Bestätigung für seine "Schinderei", als er Bronze in Mannheim gewann, versemmelte aber Sprung total und kam nur an Boden und Reck in etwa an seine Potenziale heran. Schade, wenn auch nicht hoffnungslos!
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... auch einer, der schmerzlich fehlt: Philipp Boy, immer noch von den Fans umlagert - inzwischen, seit sechseinhalb Wochen, junger Vater einer kleinen Ophelia, hat aber immer noch ein scharfes Auge auf seine ehemaligen Konkurrenten.
Hambüchen's Reckvorstellung (16,350 / 7.4) war mal wieder das Glanzlicht der Veranstaltung, wenn auch der Chemnitzer Andreas Bretschneider (15,000 / 6.4) ihm erfreulich nahe kam (u. a. mit Pineda, Kolmann, Tkatschow, getreckt und Adler 1/1-Markelow in den Kammgriff!) und auch hier Philipp Sorrer (14,600 / 6.1) - trotz Inhaltsdefiziten - nicht enttäuschte.
Auch am Barren hatte Fabian Hambüchen bei 6.6-Schwierigkeit die 15-Punkte-Grenze geknackt: 15,300.
Das schaffte nur noch Halle's Sprungwunder Matthias Fahrig, der sich neben Hambüchen und Bretschneider in den 15-Punkte-Bereich (15,000 / 5.6), zumindest mit seinem ersten Sprung katapultierte: Seinen Roché drehte er in einer traumhaften Höhe!!
Bemerkenswert war vielleicht noch die Pferdvorstellung des Kieler Youngsters Daniel Weinert (14,250 / 5.9), weil aber auch Hambüchen hier patzte, ebenso wie Ex-Meister Sorrer, der Saarländer Waldemar Eichorn und auch die anderen "jungen Wilden" (Ivan Rittschik: 6.2) ihre schwierigeren Inhalte noch nicht beherrschten und nicht nur hier der verletzte Sebastian Krimmer sowie der "pausierende" Top-Star Marcel Nguyen, schmerzlich fehlten. Und einen solch hochkarätigen internationalen Leistungsträger wie den zweimaligen Welt-"Vize" Philipp Boy ersetzt man auch nicht von heute auf morgen.
Wie schon so oft vor Großereignissen:
Mit den noch vielen Instabilitäten in den Programmen muss das Trainerteam um Chef Andreas Hirsch leben, die unmittelbare Wettkampfvorbereitung sieht sicher genügend Arbeit daran vor.
* WM-Qualifikation 2013, Männer:
> Mehrkampf > Einzelgeräte
Neben den nüchternen Zahlen der Berliner-WM-Qualifikation werden nun in Kürze die Kienbaumer Nominierungsentscheidungen für Antwerpen erwartet, wo Chefcoach Andreas Hirsch gar nicht soviele Wahlmöglichkeiten bleiben, denn hinter den "Etablierten" ist der nötige Druck der jungen Wilden oder Nachrücker im Jahr 1 des neuen Olympiazyklusses wohl eher ausgeblieben.
- ehe -
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* Montag, 09. September
Lenkungsstab stellt WM-Nominierungen noch aus
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Das mangelhafte Leistungsangebot des deutschen WM-Kaders zur Berliner Überprüfung am Vortag (siehe oben) insgesamt wurde nun doch zum Problem für den sogenannten Lenkungsstab des DTB:
Nur Fabian Hambüchen und der an 4 Geräten (außer Pferd und Ringe) gestartete Andreas Bretschneider (KTV Chemnitz) erhielten nach eingehender Beratung des Fachgremiums die WM-Tickets.
Für Matthias Fahrig (SV Halle), Andreas Toba (TK Hannover), Thomas Taranu (KTV Straubenhardt) und Christopher Jursch (SC Cottbus) wurden für den 12. und 14. September weitere Leistungstests im Trainingscamp angesetzt, nach denen dann auch entgültige Geräteeinsätze zur WM festgelegt werden sollen.
Cheftrainer Andreas Hirsch will bei diesen Entscheidungen auch die Neuformierung des Turn-Teams Deutschland für die EM und WM des kommenden Jahres im Blick behalten.